Alle hassen Ariel? Verstehe ich nicht. Es gibt ganz klar Dumpfbacken im Camp. Ariel ist da eher unten auf der Liste. Sie ist immer ehrlich, wie sie ständig betont. Aber jetzt lernen wir eine ganz andere Seite von ihr kennen: die Erde ist flach? Scheel grinsend verkündet Ariel, dass sie nicht an den Globus glaubt. Verwirrt zuckende Mundwinkel in der ganzen Runde. Auch die Mondlandung war fake. Das Feuer knistert. Ach und außerdem: Sie ist sich ganz sicher, dass es Meerjungfrauen wirklich gibt. Aha, da haben wir es doch!
Ariel konnte sich bisher immer gut damit verteidigen, dass sie nur ehrlich ist, wenn sie Gil gängelt. Kann sie diesen Spruch noch bringen, nachdem sie flott ausgelutschte Verschwörungstheorien in den Dschungel spuckt? Ich sage: Auf jeden Fall. Ariel erzählt Bullshit, aber offen. Das unterscheidet sie von Gil.
Der Philosoph Harry Frankfurt unterscheidet Lügen von Bullshit: Lügen wollen Wahrheit verbergen – das heißt sie beziehen sich auf die Wahrheit. Bullshit orientiert sich nicht einmal mehr an der Wahrheit. Wer bullshittet, will einen gewissen Eindruck erwecken oder ein bestimmtes Ziel erreichen. Gil weiß, was er sagen darf und was er nicht sagen will. Die Verschwiegenheitserklärung, wegen der Ofarim „nichts“ zu seinem Fall sagen kann, gibt es so nicht, wie der Anwalt des Hotelmitarbeiters vor kurzem öffentlich machte. Gil bleibt sich wohl treu.
Ariel interessiert sich überhaupt nicht für die Form der Erde oder die Mondlandung. Am ehesten vielleicht noch für Meerjungfrauen. Ganz offen stellt sie lächelnd abstruse Sätze in den Raum und wartet auf Gegenwind. Ariel verfolgt das Ziel: Sendezeit füllen. Sie macht nur ihren Job. Ariel bullshittet hart, aber ehrlich.



